PEUTZ SEMINARTAG

17. SEPTEMBER 2026

ZECHE ZOLLVEREIN

ERICH-BROST-PAVILLON

PROGRAMM

ab 12:00 Uhr

Registrierung und Empfang
Get-together und fachlicher Austausch mit Mittagssnack

13:00 – 13:10 Uhr

Begrüßung

-

Vorträge Block 1

13:10 – 13:35 Uhr

Der Bauturbo aus Sicht der Stadtverwaltung Essen
Andreas Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung und -entwicklung der Stadt Essen

13:35 – 14:00 Uhr

BauGB-Novelle: Vom Bauturbo bis zur Regelung von Lärmkontingenten
Dr. Lukas Niemietz

14:00 – 14:25 Uhr

Party oder Problem – Der Umgang mit Freizeitlärm
Helena Hartung

14:25 – 14:50 Uhr

Erschütterungsschutz im Hochbau – Gebäude wirksam schützen
Thomas Jaquet

-

Vorträge Block 2

15:20 – 15:45 Uhr

Mehr als Lumen und Lux: Die Kunst, Technik in Atmosphäre zu verwandeln
Ulrike Wilhelmy

15:45 – 16:10 Uhr

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz 2026
Ingmar Feldmann

16:10 – 16:35 Uhr

Klimaschutz in Bebauungsplan- und Planfeststellungsverfahren: Pflicht zur Treibhausgasbilanz oder freiwillige Kür?
Marisa Fritsch

16:35 – 17:00 Uhr

Zur Raumakustik der modernisierten Bühnen Köln – wie macht man Gutes noch besser?
Klaus-Hendrik Lorenz-Kierakiewitz

17:00 – 19:00 Uhr

Get-together mit Snacks und Getränken
Ausklang. Im Jubiläumsjahr etwas länger.

Anerkennung

Die Fortbildung wird mit 4 Stunden von der Architektenkammer NRW und der Ingenieurkammer NRW anerkannt.

THEMENVORSCHAU

Der Bauturbo aus Sicht der Stadtverwaltung Essen
Andreas Müller (Leiter des Amtes für Stadtplanung und -entwicklung)
Das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung ist am 30.10.2025 in Kraft getreten. Zentrales Thema ist der „Bauturbo“, dessen Regelungen im Einzelnen erleichterte planungsrechtliche Genehmigungsmöglichkeiten eröffnen. Wie handhabt die Stadt Essen die Anwendung des Gesetzes und welche Erkenntnisse und Effekte können bislang daraus für den Wohnungsbau abgeleitet werden? Diese Fragen beantwortet Herr Andreas Müller.

BauGB-Novelle: Vom Bauturbo bis zur Regelung von Lärmkontingenten
Lukas Niemietz
Die Novellierung des BauGB verknüpft den befristeten Bauturbo zur Beschleunigung des Wohnungsbaus mit einer dauerhaften Ermächtigungsgrundlage für neue Festsetzungen zum Lärmschutz und für Geräuschkontingentierungen im Bebauungsplan, wodurch Immissionsschutz und kommunale Abwägungsfragen in den Mittelpunkt rücken. Im Vortrag werden die neuen rechtlichen Möglichkeiten anhand konkreter Praxisbeispiele erläutert und verbleibende Herausforderungen aufgezeigt.

Party oder Problem – Der Umgang mit Freizeitlärm
Helena Hartung
Im Vortrag werden typische Situationen zum Thema "Freizeitlärm" aus Sicht von Nutzenden und Betroffenen beleuchtet. Zudem werden die rechtlichen Grundlagen zum Freizeitlärm sowie Lösungsmöglichkeiten in Form von konkreten Maßnahmen und Abwägungsmöglichkeiten für entsprechende Konfliktsituationen vorgestellt. Anhand von Beispielen wird dies praxisnah erläutert sowie aufgezeigt, an welche planerischen und technischen Grenzen die Lösungsansätze stoßen.

Erschütterungsschutz im Hochbau – Gebäude wirksam schützen
Thomas Jaquet
Erschütterungen durch Straßen- und Schienenverkehr, Baumaßnahmen oder Industrieanlagen können Hochbauten erheblich beeinträchtigen. Neben spürbaren Erschütterungen führt der Sekundärluftschall mit seinem tiefen Brummen in den Räumen zu Nutzerbeschwerden. Bereits in der Entwurfsphase sollte die Erschütterungsbelastung des Standorts bewertet werden. Dazu wird üblicherweise eine Erschütterungsprognose erstellt. Die Schutzmaßnahmen sind vielfältig und reichen von Abschirmmaßnahmen im Boden über steife Bodenplatten bis hin zu elastischer Gebäudelagerung. Solche Maßnahmen erhöhen zwar die Baukosten, verhindern aber spätere Sanierungen und sichern die langfristige Gebrauchstauglichkeit des Gebäudes. In der Praxis haben sich die Kosten für eine gute Erschütterungsisolierung meist zwischen drei und acht Prozent der Rohbaukosten bewegt. Der Fachbeitrag präsentiert viele Praxisbeispiele und zeigt, wie Erschütterungsschutz wirtschaftlich sichergestellt wird.

Mehr als Lumen und Lux: Die Kunst, Technik in Atmosphäre zu verwandeln
Ulrike Wilhelmy
Licht erzeugt Atmosphäre, die mit entsprechender Technik planbar wird. Beginnend bei den notwendigen Normen und Zahlen (Lumen und Lux) über die Planung des Raums (horizontale und vertikale Beleuchtung) hin zur Wirkung von Licht auf den Menschen (Atmosphäre) zeigt der Vortrag auf, wie Licht dabei die Architektur sinnvoll unterstützen kann.

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz 2026
Ingmar Feldmann
Auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand sind für den Gebäudesektor weitere Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen erforderlich. Die zentrale bauordnungsrechtliche Rolle soll zukünftig dabei das neue Gebäudemodernisierungsgesetz spielen, welches das bisherige Gebäudeenergiegesetz ablöst. Im Vortrag werden die Entwicklungen rund um das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und Auswirkungen auf die Baupraxis vorgestellt.

Klimaschutz in Bebauungsplan- und Planfeststellungsverfahren: Pflicht zur Treibhausgasbilanz oder freiwillige Kür?
Marisa Fritsch
Der Vortrag beleuchtet die Rolle der Treibhausgasbilanz als Instrument des Klimaschutzes in Bebauungsplan- und Planfeststellungsverfahren und ordnet diese rechtlich ein. Dabei wird dargestellt, inwieweit die Berücksichtigung von Klimawirkungen bereits verpflichtend ist und wo bislang Spielräume für freiwillige Ansätze bestehen. Abschließend wird anhand praxisnaher Beispiele aufgezeigt, welche THG-Emissionsquellen im Rahmen einer Treibhausgasbilanz berücksichtigt werden sollten.

Zur Raumakustik der modernisierten Bühnen Köln – wie macht man Gutes noch besser?
Klaus-Hendrik Lorenz-Kierakiewitz
Die städtischen Bühnen Köln wurden im letzten Jahrzehnt umfassend saniert und modernisiert, dies war auch raum- und bauakustisch zu beraten: Dabei stellte sich nach der objektiven Bestandserfassung die Aufgabe, wie man die im Schauspielhaus, insbesondere aber im denkmalgeschützten Opernhaus vorhandenen guten raumakustischen Bedingungen darin im Rahmen der Planung und Realisation der Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mindestens beibehalten, nach Möglichkeit aber noch etwas über den vorherigen Zustand hinaus verbessern kann. Diese beiden Aufführungsstätten wurden im Rahmen der Modernisierung ergänzt um einen unterirdischen Opernsaal für Kinderopern unter dem Offenbachplatz. Die raumakustische Beratung wurde zur prozessbegleitenden Qualitätssicherung auf der Grundlage von vier Pfeilern durchgeführt:

  1. Objektive raum- und bauakustische Messungen vor, während und nach der Sanierung;
  2. Simulationen im 3-D-Computersimulationsmodell;
  3. Messungen im raumakustischen Maßstabsmodell;
  4. Messungen im akustischen Labor. In diesem Beitrag werden die raumakustischen Bedingungen vor- und nach der Sanierung verglichen und es wird bewertet, inwieweit die Zielsetzung umgesetzt werden konnte.

VORTRAGENDE

Andreas Müller

· Studium der Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund
· Abschluss: Diplom-Ingenieur
Im Jahr 1987 schloss Andreas Müller das Studium der Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund erfolgreich als Diplom-Ingenieur ab. Im Anschluss beendete er das Regierungsbaureferendariat bei der Bezirksregierung Düsseldorf mit der Großen Staatsprüfung Städtebau. Seit 1990 ist Herr Müller bei der Stadt Essen tätig und leitete seitdem verschiedene Bereiche des Amts für Stadtplanung und Bauordnung. Seit 1993 leitete er die Abteilung Bauleitplanung und Bebauungsplanbearbeitung und war seit 1999 zusätzlich stellvertretender Fachbereichsleiter im Amt für Stadtplanung und Bauordnung. Seit 30.08.2023 ist Herr Müller Andreas Müller Leiter des Amtes für Stadtplanung und -entwicklung der Stadt Essen.

Lukas Niemietz

· Studium der Physik an der Bergischen Universität Wuppertal
· Abschluss: Doktor der Naturwissenschaften
Lukas Niemietz studierte Physik an der Bergischen Universität Wuppertal. Nach Abschluss seines Diploms arbeitete er dort als wissenschaftlicher Angestellter im Bereich der Astroteilchenphysik und hat 2017 den akademischen Grad Dr. rer. nat. erworben. Herr Niemietz arbeitet seit 2016 bei Peutz Consult im Bereich des städtebaulichen Immissionsschutzes und leitet diesen seit 2019. Neben dem Schallimmissionsschutz ist er für den Bereich des Erschütterungsschutzes tätig.

Helena Hartung

· Studium Bauingenieurwesen an der Bergischen Universität Wuppertal und an der Universität Duisburg-Essen
· Abschluss: Master of Science
Helena Hartung studierte Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt im Bereich Infrastruktur und Umwelt an der Bergischen Universität Wuppertal und an der Universität Duisburg-Essen. Nach Abschluss ihres Master of Science war sie 4 Jahre in der Verkehrsplanung und im Schallimmissionsschutz tätig, bevor sie 2018 bei Peutz Consult in Dortmund begann. Ihr Tätigkeitsbereich bei Peutz umfasst Schallimmissionsberechnungen für Gewerbe-, Sport- und Freizeitlärm sowie Straßen- und Schienenverkehr im Rahmen der Bauleitplanung und von Baugenehmigungsverfahren.

Thomas Jaquet

· Studium der Physik an der Ruhr-Universität Bochum
· Abschluss: Diplom-Physiker
Thomas Jaquet studierte an der Ruhr-Universität Bochum Physik und ist seit 30 Jahren als diplomierter Physiker im Bereich Baudynamik und Erschütterungen weltweit tätig. Seit 2021 verantwortet er den Fachbereich Baudynamik bei Peutz Consult und ist Ansprechpartner bei der Erstellung von baudynamischen Gutachten sowie der detaillierten Planung des Erschütterungsschutzes bei Bauwerken und Infrastrukturmaßnahmen. Herr Jaquet ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Erschütterungen und Schwingungen im Bauwesen und außerdem Mitglied in europäischen und deutschen Normausschüssen.

Ulrike Wilhelmy

· Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule Düsseldorf (heute: Peter Behrens School of Arts)
· Abschluss: Diplom-Ingenieurin (FH)
Ulrike Wilhelmy studierte Innenarchitektur an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf. Nach Abschluss ihres Diplomstudiengangs im Jahr 2001 war sie als Lichtplanerin in verschiedenen Planungsbüros tätig. Seit 2020 arbeitet Frau Wilhelmy als Projektleiterin im Bereich der Lichttechnologie bei Peutz Consult GmbH. Ihr Aufgabenbereich liegt in der Erstellung von Lichtplanungen für Innen- und Außenräume sowie in der Simulation und Bewertung von Beleuchtungsanlagen und deren lichtimmissionstechnischen Auswirkungen auf umliegende Gebäudenutzungen. Zudem führt sie Lichtmessungen durch.

Ingmar Feldmann

· Studium des Bauingenieurwesens an der Hochschule Bochum
· Abschluss: Diplom-Ingenieur (FH)
· Studium der Bauphysik an der Hochschule Bochum
· Abschluss: Master of Science
Ingmar Feldmann studierte Bauingenieurwesen an der Hochschule Bochum. Dort absolvierte er nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur seinen Master of Science. Seit 2014 ist er bei Peutz Consult beschäftigt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Bauphysik. Für unterschiedliche Bauprojekte ist er als Senior-Projektleiter Ansprechpartner für thermische Bauphysik, Simulationen, Energiekonzepte, Energieberatung, Förderberatung und Bauakustik.

Marisa Fritsch

· Studium der Klima- und Umweltwissenschaften an der Universität Augsburg
· Abschluss: Master of Science
Marisa Fritsch ist Projektleiterin für Stadtklimatologie und Luftschadstoffe. Die studierte Geographin hat sich in Ihrem Masterstudium an der Universität Augsburg auf Klima- und Umweltwissenschaften spezialisiert. Seit 2021 ist sie Projektleiterin für Stadtklimatologie bei der Peutz Consult GmbH. Ihre Tätigkeiten konzentrieren sich darauf, Bauvorhaben in den verschiedenen Planungsphasen zum Thema Stadtklima zu begleiten. Durch die Anwendung verschiedener Simulationsmodelle unterstützt und berät sie Projektentwickler, Planer und Kommunen dabei, Bauvorhaben klimatologisch zu bewerten und durch projektspezifische Klimaanpassungsmaßnahmen für die Herausforderungen des Klimawandels zu rüsten.

Klaus-Hendrik Lorenz-Kierakiewitz

· Studium der Physik an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und der Musikwissenschaft und Phonetik an der Universität zu Köln
· Abschluss: Diplom-Physiker
Klaus-Hendrik Lorenz-Kierakiewitz arbeitet seit 2001 als Akustiker in der Peutz-Gruppe. Seit 2007 ist er Projektleiter bei der Peutz Consult GmbH in Düsseldorf für Raum-, Elektro- und Bauakustik, mit einem Schwerpunkt auf Konzertsaal-, Kirchen- und Veranstaltungsakustik. 2023 wurde das von ihm beratene Haus der Musik Siegen eröffnet. Er hält zudem seit 2012 Lehrveranstaltungen an der Universität Wien in Raum- und Elektroakustik.

ANFAHRT


Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Wir möchten Sie trotzdem bitten, uns zu informieren, falls Sie kurzfristig verhindert sein sollten, damit wir unsere kurzfristige Planung auf die tatsächliche Teilnehmerzahl abstimmen können. Wir bedanken uns im Voraus dafür.

Zeche Zollverein
Erich-Brost-Pavillon

Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen

Wegbeschreibung mit Google Maps

ANMELDUNG

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Sie können sich über nachfolgendes Formular (4 Pflichtfelder) anmelden oder schreiben uns eine E-Mail unter seminar@peutz.de. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden alle Anmeldungen der Reihenfolge ihres Eingangs nach berücksichtigt. Im Falle einer Überbuchung werden die zuerst eingegangenen Reservierungen als erstes bedacht. Wir empfehlen daher eine frühe Anmeldung. Ihre Anmeldung ist noch möglich bis zum 01.09.2026.